Energiepolitik

Über die zukünftige Energieversorgung und den sorgsamen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde wird täglich in den Medien berichtet. Eine Lösung der Probleme kann nicht mit einer zündenden Idee umgesetzt werden. Um so wichtiger sind die vielen kleinen Initiativen und Ideen, welche die Technik umweltfreundlicher machen. Umweltschutz und das Sparen von Energie kann nicht verordnet werden. Bedeutend nachhaltiger sind wirtschaftliche Anreize, welche umwelfreundlichen Technologien zum Durchbruch verhelfen können. Beispiele:

  • Das JugendSolarProjekt schlägt seit 1998 neue Wege in der Umweltbildung ein. Mit dem Leitsatz "Taten statt Worte" bauen Jugendliche aus der ganzen Schweiz Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und/oder sozialen Einrichtungen. Bis heute wurden über 10'000 Jugendliche involviert und mehr als 175 Solaranlagen konnten realisiert werden.
  • Mit dem Watt d'Or werden jährlich Bestleistungen im Energiebereich vom Bundesamt für Energie ausgezeichnet. Unter den Gewinner des Jahres 2010 finden sich innovative Ideen, welche sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich sind.
  • Güssing, eine Stadt im Südburgenland (Österreich, an der Grenze zu Ungarn), schaffte es innerhalb der letzten 10 Jahre komplett auf fossile Energiequellen (Öl, Gas etc.) zu verzichten. Heute produziert Güssing mehr umweltfreundliche Energie als die Stadt konsumieren kann und schuf dabei viele neue Arbeitsplätze.

Digitale Nachhaltigkeit

In unserem Informationszeitalter wird der Alltag immer stärker "verdigitalisiert". Daten sind weltweit verfügbar und können innert kürzester Zeit ausgewertet und verknüpft werden. Der technologische Fortschritt ist nicht aufzuhalten und gibt uns immer mächtigere Werkzeuge in die Hände. Doch neben der Komfortsteigerung besteht eine immer grössere Abhängigkeit von Softwareanbietern und Informationsverarbeitern. Umso wichtiger ist es Datenbestände nachhaltig zu bewirtschaften. Dies beinhaltet griffige Regeln für den Datenschutz aber auch Vorgaben für Datenformate:

  • Offene Standards: Standardisierte Schnittstellen und Dateiformate sind die Basis für Interoperabilität und Austauschfähigkeit in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Sie bilden damit die Grundlage für nachhaltige Systeme mit hoher Investitionssicherheit.
  • Quelloffene Software: Der Benutzer eines Programms hat Anrecht darauf zu wissen, welche Daten durch die Nutzung eines Programms an den Hersteller gesendet werden. Das ist ein starkes Argument für die Verwendung von quelloffener Software.

In diesem Sinne erachte ich es als unumgänglich, dass bei vom Staat beschafften Informatiksystemen die Nachhaltigkeit der Lösung miteinbezogen wird.

Bildung und Harmos

Aus- und Weiterbildung ist mir ein wichtiges Anliegen. Die Förderung unseres Wissens und Könnens ist meiner Meinung nach Basis unseres wirtschaftlichen Erfolges. Es ist Aufgabe des Staates für Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung auf allen Stufen zu sorgen. Das Ziel einer qualitativ guten Ausbildung steht im Vordergrund. Jedoch sollen unsere Bildungsinstitute auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden.

Im letzten Jahr wurde ein grosser Wirbel um das Projekt HarmoS gemacht. Ich bin der Meinung, dass mittels einer Harmonisierung der Schulbildung einiges an Kosten gespart, und die Qualität der Ausbildung sogar gesteigert werden kann. Die Vorgabe von gesamtschweizerischen Basiskompetenzen erscheint mir ein probates Mittel, dies zu erreichen.

Stimmrechtsalter 16

Im Herbst 2009 wurde im Kanton Bern über die Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre abgestimmt. Leider wurde eine Senkung durch das Stimmvolk nicht angenommen. Die Gegner der Initiative führten ins Feld, das die Jugendlichen nicht in der Lage sind, die Verantwortung des Stimm- und Wahlrechts zu tragen und sie sich nicht für den politischen Alltag interessieren.
Als langjähriges Mitglied der Verbandsleitung der Pfadibewegung Schweiz muss ich dieser Argumentation vehement widersprechen:

  • Die Jugendlichen treffen bereits mit 16 Jahren in vielen Bereichen des täglichen Lebens Entscheidungen (z.B. über ihre berufliche Ausbildung). Wieso sollen sie im politischen Alltag bevormundet werden ?
  • Wenn ich die Stimm- und Wahlbeteiligung der letzten Jahre betrachte, gewinne ich den Eindruck dass auch viele ältere Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Verantwortung nicht wahrnehmen. Wieso sollen Jugendliche die Wahl Verantwortung zu übernehmen nicht selbst treffen dürfen?
  • Das Interesse an der Politik ist bei Jugendlichen teilweise sehr gering. Aber wer interessiert sich für das, was er nicht beeinflussen kann?

Ich hoffe, das unsere Jugend sich durch den Rückschlag nicht entmutigen lässt und andere Wege findet ihre Interessen wahrzunehmen.